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Aachen/Düren/Heinsberg. Schwere Unwetter haben Montag bei der Aachener Polizei die Telefone heiß laufen lassen. Umgestürzte Bäume, umher fliegende Mülltonnen und sich selbstständig machende Gartenpavillions sorgten für viele Einsätze und haben den Bahnverkehr in der Region stundenlang komplett lahmgelegt.
Die Strecken zwischen Aachen und Köln und Aachen und Düsseldorf/Mönchengladbach waren nach Auskunft der Bahn bis
zum Nachmittag voll gesperrt, weil Bäume die Gleise blockieren und Oberleitungen beschädigt waren. Mittlerweile fahren die Züge wieder, Störungen gibt es aber weiterhin im Ruhrgebiet. Zum Glück
nur leicht verletzt wurde eine 49 Jahre alte Frau auf der Krefelder Straße in Aachen. Ihr Kleinwagen wurde von einer riesigen Buche getroffen und völlig zerstört.
Die Feuerwehr musste den Baum zersägen und konnte die Verletzte erst nach anderthalb Stunden aus dem Fahrzeug bergen. Der Soerser Weg war in der Zeit von 11.20 Uhr
bis 12.30 Uhr in Höhe der Unfallstelle voll gesperrt.
In Langerwehe wurde ein 36 Jahre alter Dachdecker eines Unternehmens aus Eschweiler so schwer verletzt, dass er zur stationären ärztlichen Behandlung in ein
Krankenhaus eingeliefert werden musste. Er war beim Aufstellen einer Fertiggarage im Ortsteil Jüngersdorf vom Wind erfasst worden und anschließend vom Dach gestürzt. Dabei zog er sich
offensichtlich mehrere Frakturen zu.
Zum Glück nur leicht verletzt wurden zwei weitere Menschen bei dem Umwetter: In der Hanbrucher Straße wurde eine Frau von Ästen eines umstürzenden Baumes
getroffen, ein Mann auf der Ursulinerstraße wurde von einer umher fliegenden Werbetafel getroffen.
Sturmtief «Norina» zog mit Wucht über das Land. Am späten Vormittag wurden nach Angaben des Wetterdienstes meteomedia Windböen mit einer Orkanstärke von 119
Stundenkilometern in Selfkant gemessen. In Wegberg seien Böen mit Geschwindigkeiten von 115 km/h gemessen worden.
Eine Gefährdung durch umfallende Bäume, herabstützende Äste sowie umherfliegende Gegenstände sei nicht auszuschließen, sagte der Sprecher. Nach dem Durchziehen der
Gewitterfront werde es in ganz Nordrhein-Westfalen bis zum Dienstag zu einer deutlichen Abkühlung kommen. Bereits am Mittwoch sei jedoch wieder mit einer Rückkehr der Hitze mit Temperaturen bis
zu 35 Grad zu rechnen.
Ab 11.13 Uhr ging es bei der Polizei in der Städteregion Schlag auf Schlag, innerhalb 30 Minuten liefen rund 50 Notrufe ein. Bei der Polizei in Düren wurden mehr
als 30 Einsätze protokolliert, die Beamten im Kreis Heinsberg mussten insgesamt rund 160 Einsätze bewältigen. Polizei und Feuerwehren sind auch weiterhin in der gesamten Region im Dauereinsatz.
Der Branderhofer Weg in Aachen ist für den Verkehr komplett gesperrt. An der Roermonder Straße hat sich ein Wellblechdach selbstständig gemacht und ist auf die Straße geflogen. An der
Zollernstraße waren Dachziegel auf die Straße gefallen, in der Lütticher Straße, dem Seffenter Weg, der Berensberger Straße und auf der Krefelder Straße blockierten umgestürzte Bäume zeitweise
den Verkehr. Das gleiche gilt für die Steinfurt und Eschweilerstraße in Stolberg, die Carlstraße in Baesweiler, den Eschweiler Ortsteil Stich und ein Waldstück in
Kohlscheid-Kampchen.
Am Aachener Westfriedhof wurden drei Autos von einem Baum getroffen, eines davon wurde schwer beschädigt. Im Westpark sind eine ganze Reihe Bäume umgestürzt, dort
wurde zum Glück niemand verletzt.
In Würselen hing an der Kreuzung Birk ein Stromkabel über der Fahrbahn.
Auf dem Staubecken in Obermaubach wurde das Boot eines Anglers vom Sturm erfasst und drohte zu kentern. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes eilten dem Mann zur
Hilfe und konnten die Gefahrensituation schnell wieder beenden.
Auch im Brückenkopfpark in Jülich sorgten Äste und andere herum fliegende Gegenstände für Chaos. In der Tivolistraße, in der Paradiesstraße und in der
Brändströmstraße in Düren sowie in der Adenauerstraße und Weihbergstraße in Niederzier wurden eine größere Anzahl von geparkten Fahrzeugen von Bäumen, Ästen oder Bauzäunen
beschädigt.
Im Raum Heinsberg gab es laut Polizei keine Verletzten. Bäume waren umgestürzt und Äste abgebrochen, zum Teil Fahrzeuge beschädigt. Zu nennenswerten
Verkehrsstörungen kam es aber nicht.
